Eine schlechte Bewertung reicht.

Nur eine Bewertung
Es ist 19:30 Uhr. Ein Gast kommt an die Rezeption. Er hat ein Problem mit der Klimaanlage. Der Mitarbeiter versteht die Hälfte, antwortet mit dem, was er kann, und nickt höflich. Der Gast geht zurück ins Zimmer – das Problem wurde nicht gelöst, der Gast ist nicht beruhigt, nur abgespeist. Zwei Tage später liest die Hoteldirektion den Kommentar auf Booking.com: „Personal freundlich, aber man konnte sich kaum verständigen. Mein Problem wurde nicht gelöst.“
Konsequenzen:
- Vier von zehn Sternen
- veröffentlicht
- dauerhaft sichtbar
- nicht rückgängig zu machen
Was Gäste wirklich bewerten und was das kostet
Gäste bewerten keine Grammatik. Sie bewerten das Gefühl, gehört und verstanden zu werden. Wenn dieses Gefühl ausbleibt, entsteht Frustration – unabhängig davon, ob das Zimmer sauber war und das Frühstück gut.
Das ist betriebswirtschaftlich relevant, weil Online-Bewertungen direkt auf Ihre Auslastung wirken:
Laut einer HRS-Studie würden 88 Prozent der Reisenden ein Hotel mit einer besseren Bewertung vorziehen, selbst wenn der Preis höher ist. Und: Ein Anstieg des Bewertungsscores um nur 0,1 Punkte auf Plattformen wie Booking.com oder TripAdvisor korreliert mit einer messbaren Steigerung der Konversionsrate – je nach Marktsegment zwischen 1,5 und 3 Prozent mehr Buchungen.
Drehen Sie das um: Ein Hotel mit 150 Zimmern, das durch wiederkehrende Kommunikationsbeschwerden seinen Durchschnittsscore von 8,4 auf 8,1 sinken sieht, verliert keine Sterne. Es verliert Buchungsvolumen, und zwar still, kontinuierlich, ohne dass es im Tagesgeschäft sofort auffällt.
Laut Statista lesen über 70 Prozent der deutschen Hotelgäste Bewertungen, bevor sie buchen. Negative Kommentare zur Kommunikation gehören zu den am häufigsten genannten Beschwerdekategorien (direkt nach Sauberkeit und Lärm).
Sprachbarrieren schlagen sich nicht im Beschwerdeformular nieder. Sie schlagen sich in Ihrer Bewertung nieder.
Der unsichtbare Multiplikator: Jede Bewertung spricht zu tausenden potenziellen Gästen
Eine Gästebeschwerde im persönlichen Gespräch können Sie lösen. Sie können sich entschuldigen, kompensieren oder das Gespräch drehen. Das ist klassisches Beschwerdemanagement und es funktioniert, wenn Ihr Team kommunikationssicher genug ist, es durchzuführen.
Was Sie nicht mehr kontrollieren können, ist die Bewertung, die ein Gast schreibt, nachdem das Gespräch schiefgelaufen ist. Oder noch schlimmer: gar nicht erst geführt wurde, weil der Mitarbeitende die Situation nicht sprachlich halten konnte.
Der entscheidende Unterschied zwischen einem lösbaren und einem öffentlich dokumentierten Problem liegt oft in einem einzigen Moment: Kann Ihr Mitarbeiter in einer emotional aufgeladenen Situation auf Deutsch deeskalieren? Kann er erklären, was getan wird? Kann er den Gast abholen, bevor dieser zur Tür oder zum Smartphone greift, um eine Bewertung zu schreiben?
Wenn nicht, zahlen Sie dafür. Nicht sofort, aber verlässlich und langfristig.
Warum Freundlichkeit allein nicht schützt
Ein verbreiteter Irrtum in der Branche: „Unsere Mitarbeiter sind herzlich, das reicht.“ Herzlichkeit ist notwendig, aber sie ist nicht hinreichend.
Gäste unterscheiden sehr wohl zwischen nett und kompetent. Ein Mitarbeiter, der lächelt, aber die Beschwerde nicht versteht, hinterlässt beim Gast das Gefühl von Hilflosigkeit – auf beiden Seiten. Genau dieses Gefühl landet in der Bewertung als: „Bemüht, aber überfordert.“ oder „freundlich, aber hat uns nicht verstanden.“
Das ist keine Kritik an den Mitarbeitenden. Das ist eine Kritik an einem System, das internationale Fachkräfte ohne sprachliche Handlungsfähigkeit in den Gästekontakt schickt.
Ein Mitarbeiter, der eine Standardanfrage bearbeiten kann, ist kein Kommunikationsrisiko. Ein Mitarbeiter, der unter Druck, bei Missverständnissen, bei emotionalen Gästen sprachlich zusammenbricht – das ist eines.
Der Unterschied liegt nicht im Talent. Man kann es gezielt trainieren.
Was fehlt: Kompetenz in genau den Momenten, die zählen
Beschwerdesituationen im Hotel folgen Mustern:
- Der aufgebrachte Gast am Check-in.
- Der unzufriedene Stammgast beim Frühstück.
- Die Reklamation per Telefon.
- Die Eskalation an der Bar.
Diese Situationen sind trainierbar. Nicht durch allgemeine Sprachkurse, die Vokabeln für den Urlaub üben, sondern durch kontextbasiertes, berufsbezogenes Training, das exakt diese Gesprächssituationen simuliert und stabilisiert.
Was bedeutet es für Sie und Ihr Hotel? Ein Mitarbeiter, der weiß, wie er auf Deutsch sagt „Ich verstehe Ihre Frustration – ich kümmere mich sofort darum“ und das glaubwürdig rüberbringt – ist kein Beschwerderisiko mehr. Er ist ein Servicevorteil.
Das ist der Hebel, der sich in Bewertungen niederschlägt. Nicht im nächsten Quartal. Innerhalb von Wochen.
Der Reputationsschaden ist quantifizierbar
Setzen Sie konkrete Zahlen an:
Ein Hotel mit 100 Zimmern und einer durchschnittlichen Auslastung von 70 Prozent bei einem ADR (Average Daily Rate) von 110 Euro erzielt rund 2,8 Millionen Euro Jahresumsatz. Ein Buchungsrückgang von 2 Prozent – verursacht durch einen sinkenden Bewertungsscore – entspricht einem Umsatzverlust von rund 56.000 Euro pro Jahr.
Das ist keine Hochrechnung aus dem Worst Case. Das ist die untere Grenze eines messbaren Effekts, den Plattformbewertungen auf das Buchungsverhalten haben.
Und dieser Effekt ist kumulativ: Eine schlechte Saison in der Bewertungslogik zieht die nächste Buchungsperiode nach unten. Hotels, die ihren Score einmal verloren haben, kämpfen nicht nur mit aktuellen Gästen. Sie kämpfen mit dem Algorithmus.

HotelDeutsch Pro: Kommunikationssicherheit als Betriebsstandard
HotelDeutsch Pro ist kein Sprachkurs für Ihre Mitarbeitenden. Es ist ein strukturiertes Trainingssystem, das gezielt die Kommunikationssituationen abbildet, die in Ihrem Hotel täglich zu Gästekontakt führen – inklusive Beschwerdemanagement, Deeskalation und serviceorientierter Gesprächsführung auf Deutsch.
Das System ist ausgelegt für Hotels, die:
- wiederkehrende Kommunikationsprobleme im Gästekontakt als operatives Risiko erkannt haben
- ihren Bewertungsscore aktiv als Umsatztreiber managen wollen
- internationalen Mitarbeitenden eine strukturierte Entwicklungsperspektive bieten – und damit gleichzeitig Bindung erzeugen
- Beschwerden vorbeugen wollen
Das Training läuft parallel zum Betrieb. Es gibt keine Ausfallzeiten, kein pädagogischen Overhead, klare Lernziele, messbare Fortschritte und die direkte Übertragbarkeit in den Gästekontakt.
Was Entscheider jetzt abwägen sollten
Sie haben zwei Optionen:
Option A:
- Sie behandeln Sprachbarrieren weiterhin als individuelles Mitarbeiterproblem.
- Sie hoffen, dass die nächste Saison besser wird.
- Sie reagieren auf schlechte Bewertungen mit Antworten, die niemand liest.
Option B:
- Sie identifizieren Kommunikationskompetenz als strategischen Betriebsfaktor.
- Sie investieren strukturiert.
- Sie messen die Wirkung an Ihrem Bewertungsscore.
Der Unterschied zwischen beiden Optionen ist kein philosophischer. Er ist ein finanzieller.
Eine einzige verhinderte schlechte Bewertung ist noch kein ROI. Zwanzig verhinderte schlechte Bewertungen pro Saison sind es.
Sprechen Sie mit uns – über Ihre Situation, Ihre Gästestruktur, Ihre Bewertungshistorie. Nicht über Grammatik.

Izabela Lopez
Gründerin von Aula Alemana• DaF- und DaZ-Lehrerin
• Über 10 Jahre Erfahrung
• Expertin für Deutsch in der Hotellerie
HotelDeutsch Pro ist ein berufsbezogenes Sprachtrainingssystem für internationale Hotelteams. Entwickelt von einer zertifizierten DaF-Trainerin mit 10 Jahren Erfahrung in der Hospitality-Branche.
Kostenloses PDF zum Download
Download für Hotelmitarbeitende
Holen Sie sich hier das kostenlose PDF 7 Sätze, die Beschwerdesituationen im Hotel entschärfen
In diesem kostenlosen PDF finden Sie:
✔ 7 Rettungssätze im Hotelalltag
✔ Tipps für den internatioanlen Mitarbeiternden
✔ Zum Ausdrucken und neben den Computer hängen
Schauen Sie sich das passende Video an!
In meinem YouTube-Video zeige ich den Hotelmitarbeitenden, welche Sätze oder Redewendungen man am besten verwenden kann.
„Warum Gäste und Kunden genervt reagieren – und was du auf Deutsch sagen musst“
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