Meine Mitarbeitende haben ein B2 Zertifikat.

Ist ein B2-Zertifikat das A und O?
Szenario, das Sie kennen: Sie stellen eine neue Mitarbeiterin aus Spanien ein. Sie hat schon ein B2-Zertifikat, also solide Deutschkenntnisse. Im Bewerbungsgespräch läuft es einwandfrei. Nach drei Wochen kommt die Teamleiterin zu Ihnen: „Sie ist fachlich gut, aber irgendwie… steif. Die Kollegen finden sie distanziert.“
Sie beobachten die Situation. Die Mitarbeiterin macht keine Fehler. Sie spricht korrekt. Aber wenn ein Kollege sagt „Kannst du mir kurz helfen?“, antwortet sie: „Selbstverständlich, womit kann ich Ihnen behilflich sein?“ Beim Teamgespräch bleibt sie förmlich. Beim Pausenkaffee spricht sie, als wäre es ein Kundentelefon.
Das Problem ist nicht ihr Deutsch. Das Problem ist, dass sie wie ein Lehrbuch klingt, nicht wie ein Teammitglied.
Und das hat Konsequenzen – nicht nur sozial, sondern betriebswirtschaftlich.
Das versteckte Problem: Kulturelle Distanz durch sprachliche Förmlichkeit
Hotels mit internationalem Personal kennen die Standardherausforderung: Sprachbarrieren im Gästekontakt. Aber es gibt ein zweites, oft übersehenes Problem: Internationale Mitarbeiter sprechen Deutsch nach Lehrbuch – nicht nach Arbeitsrealität.
Sie lernen Hochdeutsch, korrekte Sätze. Es ist grammatikalisch einwandfrei, aber im deutschen Hotelberufsalltag spricht niemand so. Deutsche Kollegen sagen nicht „Könnten Sie mir bitte behilflich sein?“ – sie sagen „Kannst du mal schnell?“ Sie sagen nicht „Ich habe das bereits erledigt“ – sie sagen „Ist schon gemacht.“
Wenn internationale Mitarbeiter diese Alltagssprache nicht sprechen, entsteht eine unsichtbare Barriere und diese hat Konsequenzen:
- Sie werden nicht ins Team integriert.
- Kollegen halten Distanz.
- Übergaben laufen zäh.
Missverständnisse entstehen nicht durch falsche Grammatik, sondern durch falsche Register-Wahl: zu förmlich, zu distanziert, zu fremd.
Das Ergebnis: Ein Mitarbeiter, der fachlich kompetent ist, wird sozial isoliert – und damit operativ ineffizient.
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(Auszug aus dem Trainingssystem „HotelDeutsch Pro“)
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Die betriebswirtschaftlichen Kosten von sprachlicher Isolation
Was harmlos klingt – „die klingt halt ein bisschen steif“ – hat messbare Auswirkungen auf Ihren Betrieb:
1. Erhöhter Führungsaufwand
Deutsche Kollegen müssen ständig „übersetzen“ – nicht zwischen Sprachen, sondern zwischen Formalitätsebenen. Sie erklären nicht nur, was zu tun ist, sondern auch, wie man es im deutschen Arbeitskontext formuliert. Das braucht Zeit, wodurch unnötige Kosten entstehen – bei jedem Schichtwechsel, bei jeder Übergabe, bei jedem Teamgespräch.
2. Operative Ineffizienz durch Teamdistanz
Wenn ein Mitarbeiter sprachlich nicht ins Team integriert ist, läuft die Zusammenarbeit langsamer. Informelle Absprachen – das Rückgrat jedes funktionierenden Hotelbetriebs – funktionieren nicht. Kollegen fragen lieber jemand anderen. Der internationale Mitarbeiter bleibt außen vor. Seine Produktivität sinkt nicht, weil er nicht kann, sondern weil er nicht eingebunden wird.
3. Höhere Fluktuation durch fehlende Zugehörigkeit
Mitarbeiter, die sich nicht als Teil des Teams fühlen, gehen früher. Nicht sofort, aber nach sechs, neun, zwölf Monaten. Sie nennen es dann „keine Entwicklungsmöglichkeiten“ oder „keine Perspektive“. Die eigentliche Ursache war oft: Sie haben nie das Gefühl entwickelt, dazuzugehören – sprachlich, kulturell und sozial.
Das kostet Sie nicht nur die bekannten 43.000 Euro pro verlorenen Mitarbeiter. Es kostet Sie auch die Investition, die Sie bereits in die Einarbeitung gesteckt haben.
Warum klassische Sprachkurse das Problem nicht lösen
Die meisten Hotels, die in Deutschtraining investieren, setzen auf Standardangebote: VHS-Kurse, Integrationskurse, Online-Plattformen. Die Mitarbeiter lernen Grammatik, üben Dialoge aus dem Lehrbuch, bestehen Prüfungen, bekommen Zertifikate.
Und sprechen trotzdem wie Lehrbücher.
Warum? Weil klassische Sprachkurse nicht zwischen Hochdeutsch und Arbeitsalltag unterscheiden. Sie trainieren formelle Situationen: Behördengänge, Arztbesuche, Vorstellungsgespräche, Situationen, in denen Höflichkeit und Förmlichkeit erwartet werden.
Aber im deutschen Hotelalltag gilt eine andere Regel: Wer im Team zu förmlich spricht, signalisiert Distanz. Das ist kein Respekt – das ist Fremdheit.
Ein Mitarbeiter, der nach acht Monaten VHS-Kurs immer noch sagt „Entschuldigen Sie bitte, könnten Sie mir mitteilen, wo sich die Handtücher befinden?“ statt „Wo sind die Handtücher?“ hat nicht zu wenig gelernt. Er hat das Falsche für die alltägliche Situation gelernt.
Der Unterschied: Berufsbezogenes Training für Kontext und Register
Effektives Deutschtraining für Hotelmitarbeitende muss zwei Ebenen abdecken:
Ebene 1: Fachsprache und Gästekontakt
Check-in-Formulierungen, Beschwerdemanagement, serviceorientierte Gesprächsführung. Das ist der Standard, den die meisten Hotels bereits kennen.
Ebene 2: Teamsprache und Arbeitsalltag
Wie spreche ich mit Kollegen? Wie formuliere ich eine Übergabe? Wie reagiere ich auf informelle Anfragen? Wie funktioniert Small Talk in der Pause? Welche Höflichkeitsebene ist im deutschen Arbeitskontext angemessen?
Diese zweite Ebene wird fast nie trainiert. Dabei ist sie entscheidend für Integration, Teamdynamik und operative Effizienz.
Ein Inhouse-Deutschkurs für Hotels, der beide Ebenen abdeckt, erzeugt einen messbaren Unterschied:
- Mitarbeiter kommunizieren sicherer – mit Gästen UND im Team
- Die Einarbeitungszeit sinkt, weil deutsche Kollegen weniger „übersetzen“ müssen
- Die Bindungsbereitschaft steigt, weil Mitarbeiter sich als Teil des Teams fühlen
- Führungskräfte werden entlastet, weil Kommunikation direkter und effizienter läuft
Das ist kein pädagogischer Effekt. Das ist ein betrieblicher Hebel.
HotelDeutsch Pro: Ein System, kein Kurs
HotelDeutsch Pro ist kein allgemeiner Deutschkurs. Es ist ein strukturiertes Deutschtraining für Hotellerie, das gezielt die Kommunikationssituationen abbildet, die in Ihrem Betrieb täglich vorkommen – auf beiden Ebenen.
Das System unterscheidet zwischen:
- Gästekontakt (Check-in, Beschwerden, Telefonate)
- Teamkommunikation (Übergaben, Schichtgespräche, informelle Absprachen)
- Kultureller Sprachkompetenz (Wann ist „Sie“ angebracht? Wann „Du“? Wann förmlich, wann kollegial?)
Das Training ist ausgelegt für Hotels, die:
- internationale Mitarbeiter nicht nur einstellen, sondern langfristig halten wollen
- erkannt haben, dass Sprachförderung ein Mitarbeiterbindungsinstrument ist
- operative Ineffizienz durch Kommunikationsbarrieren als Kostenfaktor identifiziert haben
Das System läuft parallel zum Betrieb: keine Ausfallzeiten, kein pädagogischer Overhead, sondern klare Lernziele, berufsbezogene Module und messbare Fortschritte.

Der strategische Vorteil: Kommunikationskompetenz als Wettbewerbsfaktor
Hotels, die in strukturiertes Deutschtraining für Hotelpersonal investieren, berichten von drei messbaren Effekten:
1. Schnellere Integration neuer Mitarbeiter
Wenn neue Teammitglieder von Anfang an lernen, wie man im deutschen Hotelkontext spricht – nicht nur was –, sind sie schneller produktiv. Die informelle Einarbeitung durch Kollegen läuft reibungsloser.
2. Geringere Führungsbelastung
Teamleiter und Schichtleiter verbringen weniger Zeit damit, sprachliche Missverständnisse zu klären oder zwischen Kollegen zu „übersetzen“. Sie können sich auf operative Führung konzentrieren.
3. Höhere Mitarbeiterzufriedenheit
Mitarbeiter, die sprachlich sicher sind – im Gästekontakt und im Team – fühlen sich kompetenter. Sie übernehmen Verantwortung. Sie bleiben länger.
Das ist kein Soft-Faktor. Das ist ein strategischer Vorteil auf einem Arbeitsmarkt, auf dem Sie sich jeden verlorenen Mitarbeiter zweimal überlegen müssen.
Was Entscheider jetzt wissen sollten
Wenn Sie internationale Mitarbeiter einstellen und in deren Sprachkompetenz investieren, aber nicht zwischen Hochdeutsch und Arbeitsrealität unterscheiden, haben Sie nur die halbe Lösung gekauft.
Die andere Hälfte – die Integration ins Team, die kulturelle Sprachkompetenz, die operative Kommunikationssicherheit – bleibt liegen. Und genau dort entstehen die versteckten Kosten: längere Einarbeitung, höherer Führungsaufwand, frühere Abgänge.
Ein Firmenkurs Deutsch für Hotellerie, der beide Ebenen abdeckt, ist keine Weiterbildungsmaßnahme. Es ist eine betriebswirtschaftliche Entscheidung.
Die Frage ist nicht, ob Ihre Mitarbeiter Deutsch können.
Die Frage ist, ob sie das richtige Deutsch sprechen – für Ihre Gäste und für Ihr Team.

Izabela Lopez
Gründerin von Aula Alemana• DaF- und DaZ-Lehrerin
• Über 10 Jahre Erfahrung
• Expertin für Deutsch in der Hotellerie
HotelDeutsch Pro ist ein berufsbezogenes Sprachtrainingssystem für internationale Hotelteams. Entwickelt von einer zertifizierten DaF-Trainerin mit 10 Jahren Erfahrung in der Hospitality-Branche.
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Checkliste: Ist Ihr Deutschtraining fit für die Arbeitsrealität?
Laden Sie jetzt die kostenlose Kommunikations-Checkliste für Hotelteams herunter und prüfen Sie, ob Ihr aktuelles Sprachtraining die richtigen Schwerpunkte setzt.
Die Checkliste zeigt Ihnen:
✔ Welche Kommunikationssituationen im Hotel wirklich zählen
✔ Wo klassische Sprachkurse systematisch versagen
✔ Wie Sie messen können, ob Ihr Team sprachlich arbeitsfähig ist – nicht nur zertifiziert
Schauen Sie sich das passende Video an!
In meinem YouTube-Video „Deutsch im Job & Hotel: Diese höflichen Sätze klingen für Deutsche komisch“ zeige ich den internationaelen Mitarbeitenden:
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