Weihnachten in Deutschland: Diegos 7 größte Überraschungen
Wie ein Spanier deutsche Weihnachten erlebte – und was du als Deutschlernender wissen musst.

Erwartung vs. Realität
Diego aus Barcelona hatte es sich so schön vorgestellt: Sein erstes Weihnachten in Deutschland würde magisch werden. Schnee, Weihnachtsmärkte, Glühwein – genau wie in den Filmen.
Was er nicht wusste: Deutsche Weihnachten sind… anders. Sehr anders.
„Mein erstes Weihnachten hier war eine Mischung aus Verwirrung und Staunen“, erzählt der 28-jährige Spanier, der seit einem Jahr in München lebt und Deutsch lernt. „Ich dachte, ich wüsste, wie Weihnachten funktioniert. Aber in Deutschland? Da gibt es Regeln, die ich nicht kannte.“
Seine Geschichte ist typisch für viele Deutschlernende, die zum ersten Mal die Weihnachtszeit in Deutschland erleben. Deshalb erzählt Diego heute von seinen sieben größten Überraschungen – damit du besser vorbereitet bist als er!
1. „Warum feiern wir heute? Weihnachten ist doch morgen!“
Diegos größter Schock: Der 24. Dezember
Es war der 24. Dezember, 18 Uhr. Diego saß in seiner WG in München, als sein Mitbewohner Tom hereinkam.
„Kommst du mit zur Bescherung?“, fragte Tom.
Diego schaute verwirrt: „Bescherung? Was ist das? Und… Weihnachten ist doch erst morgen?“
Tom lachte. „Nein, Diego! In Deutschland feiern wir Weihnachten am 24. Dezember abends. Das ist Heiligabend – der wichtigste Tag!“
Diego war sprachlos. In Spanien öffnet man Geschenke am 25. Dezember morgens. Aber hier? Alles passiert einen Tag früher!
Warum feiern Deutsche am 24. Dezember?
Tom erklärte es ihm: „Früher hat man die Tage von Sonnenuntergang zu Sonnenuntergang gezählt. Der 24. Dezember abends ist also schon der Beginn des 25. Dezembers – des ‚Heiligen Tages‘.“
Diego nickte langsam. „Okay… aber was ist dann am 25. und 26.?“
„Da ist es entspannter“, sagte Tom. „Wir besuchen Familie, essen nochmal gut, ruhen uns aus. Aber die große Feier? Die ist am 24. abends!“
Was passiert am Heiligabend?
An diesem Abend erlebte Diego zum ersten Mal eine deutsche Weihnachtsfeier:
- 17-18 Uhr: Die Familie kommt zusammen
- 18-19 Uhr: Gemeinsames Essen (dazu später mehr…)
- 19-20 Uhr: Der Weihnachtsbaum wird geschmückt
- 20 Uhr: Die Bescherung – alle öffnen ihre Geschenke!
- Optional: Danach gehen viele zur Christmette (Gottesdienst) in die Kirche – oft um Mitternacht!
„In Spanien dauert Weihnachten bis zum 6. Januar – da kommen die Heiligen Drei Könige“, erzählt Diego. „Aber in Deutschland? Am 24. abends ist der Höhepunkt. Danach wird es ruhiger.“
Wichtige Vokabeln für Deutschlernende:
- der Heiligabend = Christmas Eve (24. Dezember)
- die Bescherung = gift-giving ceremony
- der erste Weihnachtstag = Christmas Day (25. Dezember)
- der zweite Weihnachtstag = Boxing Day (26. Dezember)
- die Christmette = midnight mass
2. Das Weihnachtsessen: „Kartoffelsalat?! Das ist doch kein Festessen!“
Diego konnte es nicht glauben.
Um 18 Uhr saßen alle am Tisch. Diego erwartete: Truthahn, Gans, ein opulentes Festmahl.
Toms Mutter stellte zwei Schüsseln auf den Tisch: Würstchen und Kartoffelsalat.
Diego starrte auf seinen Teller. „Das… das ist das Weihnachtsessen?“
Alle lachten. „Ja!“, sagte Toms Vater. „Am 24. essen wir etwas Einfaches. Wir haben doch keine Zeit zum Kochen – der Baum muss geschmückt werden, die Geschenke verpackt, manchmal gehen wir zur Kirche…“
Diego versuchte, nicht enttäuscht auszusehen. In Spanien gibt es am 24. Dezember (Nochebuena) ein riesiges Festessen: Meeresfrüchte, Braten, Desserts…
„Aber morgen“, sagte Toms Mutter mit einem Augenzwinkern, „morgen gibt es Gänsebraten mit Rotkohl und Klößen!“
Das deutsche Weihnachtsessen: Eine Zwei-Tages-Strategie
Diego lernte schnell: In Deutschland ist Weihnachtsessen eine Frage der Planung.
Am 24. Dezember (Heiligabend):
Würstchen mit Kartoffelsalat (der Klassiker!)
Karpfen (besonders in Ostdeutschland)
Raclette oder Fondue (gemütlich und einfach)
„Es muss schnell gehen und nicht viel Arbeit machen“, erklärt Tom. „Der 24. ist stressig genug!“
Am 25./26. Dezember:
Und dann kam das, worauf Diego gewartet hatte:
- Gänsebraten mit Rotkohl und Klößen (der Klassiker!)
- Ente
- Schweinebraten oder Rinderbraten
- Karpfen (in manchen Regionen)
„Das war SO gut!“, schwärmt Diego. „Die Gans war perfekt gebraten, der Rotkohl süß-sauer, die Klöße fluffig… Ich habe verstanden: Deutsche sparen sich das große Essen für den 25. auf!“
Die Desserts: Hier wird es süß
Was Diego besonders liebte:
Stollen – ein süßes Brot aus Dresden mit Marzipan
Lebkuchen – Gingerbread in allen Formen
Bratäpfel – warme gebackene Äpfel
Plätzchen – selbstgebackene Weihnachtskekse
„In Spanien essen wir Turrón und Polvorones„, erzählt Diego. „Aber Stollen? Den liebe ich jetzt auch!“
Vokabeln fürs Weihnachtsessen:
die Gans = goose / ganso
der Rotkohl = red cabbage / col lombarda
der Kloß = dumpling / bola de masa
der Karpfen = carp / carpa
die Würstchen = sausages / salchichas
3. Die Verwirrung mit den vier Weihnachtsfiguren
Wer bringt jetzt die Geschenke?!
Bevor die Geschenke geöffnet wurden, fragte Diego Tom: „Sag mal… wer hat die Geschenke gebracht? Der Weihnachtsmann?“
Tom grinste. „Nein, bei uns in Bayern bringt sie das Christkind.“
„Das Christkind?“, fragte Diego. „Du meinst das Baby Jesus?“
„Nein, nein!“, lachte Tom. „Das Christkind ist ein Engel mit goldenen Haaren. Aber niemand sieht es – es kommt heimlich!“
Diego war verwirrt. „Aber ich dachte, in Deutschland gibt es den Weihnachtsmann?“
„Ja, auch!“, sagte Toms Schwester Lisa. „Im Norden Deutschlands bringt der Weihnachtsmann die Geschenke. Im Süden – und in ganz Österreich – kommt das Christkind.“
„Und dann gibt es noch den Nikolaus„, fügte Tom hinzu.
„NOCH EINER?!“, rief Diego.
Diegos Crash-Kurs: Die vier Weihnachtsfiguren
In den nächsten Tagen recherchierte Diego alles über deutsche Weihnachtsfiguren. Hier ist, was er lernte:
🎅 Der Weihnachtsmann
„Das ist der, den ich kenne!“, dachte Diego.
- Aussehen: Roter Mantel, weißer Bart (wie Santa Claus)
- Wann kommt er? 24. Dezember abends
- Wo? Norddeutschland (protestantische Regionen)
- Was bringt er? Geschenke für brave Kinder
„Der Weihnachtsmann sieht aus wie Santa Claus – aber die Deutschen sagen lieber ‚Weihnachtsmann'“, erklärt Diego.
👼 Das Christkind
Das war Diego komplett neu:
- Aussehen: Ein Engel mit goldenen Haaren, weißem Kleid
- Wann kommt es? 24. Dezember abends
- Wo? Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg), Österreich
- Was bringt es? Geschenke – aber UNSICHTBAR!
„Kinder sehen das Christkind nie!“, erzählt Diego. „Es klingelt heimlich, legt die Geschenke unter den Baum, und verschwindet. Es ist wie Magie!“
In Nürnberg gibt es sogar ein berühmtes Nürnberger Christkind – ein Mädchen mit goldener Krone, das den Weihnachtsmarkt eröffnet.
🎅 Der Nikolaus
„Moment“, dachte Diego. „Das ist doch der Weihnachtsmann?!“
Aber nein:
- Aussehen: Sieht aus wie der Weihnachtsmann (roter Mantel, Bart), aber mit Bischofsstab
- Wann kommt er? 6. Dezember – NICHT an Weihnachten!
- Wo? Überall in Deutschland, Österreich, Schweiz
- Was bringt er? Schokolade, Nüsse, Mandarinen
„Am 5. Dezember abends stellen Kinder ihre Stiefel vor die Tür“, erklärt Diego. „Am Morgen des 6. Dezember sind sie voll mit Süßigkeiten! Ich habe es dieses Jahr auch gemacht – und es hat funktioniert!“ (lacht)
👹 Der Krampus – „Das war gruselig!“
Und dann… lernte Diego über den Krampus.
„Ich sah ein Video aus Österreich“, erzählt er. „Männer in gruseligen Teufelskostümen liefen durch die Straßen. Mit Hörnern, Fell, Ketten, Glocken… Ich dachte: Was zur Hölle ist DAS?!“
- Aussehen: Ein Teufel mit Hörnern, schwarzem Fell, Ketten
- Wann kommt er? 5.-6. Dezember (mit dem Nikolaus!)
- Wo? Österreich, Bayern, Alpenregionen
- Was macht er? Bestraft böse Kinder! 😱
„Der Nikolaus bringt Geschenke für brave Kinder. Der Krampus bestraft die bösen Kinder“, erklärt Tom. „In Österreich und Bayern gibt es Krampusläufe – da verkleiden sich hunderte Männer als Krampus und laufen durch die Straßen. Es ist… intensiv!“
Diego schüttelt den Kopf: „In Spanien haben wir die Heiligen Drei Könige – die bringen am 6. Januar Geschenke. Aber einen Teufel, der Kinder bestraft? Das ist hardcore!“
Die Übersicht: Wer kommt wann?
Diego machte sich eine Tabelle:
| Figur | Datum | Wo in Deutschland? | Was bringt sie? |
|---|---|---|---|
| 🎅 Nikolaus | 6. Dezember | Überall | Süßigkeiten in Stiefeln |
| 👹 Krampus | 5.-6. Dezember | Bayern, Österreich | Bestrafung für böse Kinder |
| 🎅 Weihnachtsmann | 24. Dez. abends | Norddeutschland | Geschenke |
| 👼 Christkind | 24. Dez. abends | Süddeutschland, Österreich | Geschenke (unsichtbar!) |
„Vier Figuren!“, sagt Diego kopfschüttelnd. „In Spanien sind die Heiligen Drei Könige genug. Aber Deutsche machen es kompliziert!“ (lacht)
Vokabeln zu den Weihnachtsfiguren:
- der Weihnachtsmann = Santa Claus / Papá Noel
- das Christkind = Christ Child / Niño Jesús
- der Nikolaus = Saint Nicholas / San Nicolás
- der Krampus = Krampus (demon) / demonio navideño
- der Stiefel = boot / bota
- brave Kinder = well-behaved children / niños buenos
4. Der Weihnachtsmarkt: „Hier könnte ich jeden Tag sein!“
Diegos neue Lieblingstradition
Anfang Dezember sagte Tom zu Diego: „Komm, wir gehen auf den Weihnachtsmarkt!“
„Weihnachtsmarkt? Was ist das?“, fragte Diego.
Eine Stunde später stand Diego mitten auf dem Münchner Christkindlmarkt – und war überwältigt.
Die Magie des Weihnachtsmarkts
„Es war… magisch“, schwärmt Diego. „Überall Lichter, Musik, der Duft von Glühwein und Lebkuchen. Hunderte Menschen, alle glücklich. Und in der Mitte: Ein riesiger Weihnachtsbaum!“
Von Ende November bis 23. Dezember verwandeln sich deutsche Städte. In jeder Stadt – groß oder klein – gibt es mindestens einen Weihnachtsmarkt (auch Christkindlmarkt genannt).
Was Diego auf dem Weihnachtsmarkt entdeckte:
Glühwein – „Meine neue Sucht“
„Das Erste, was Tom mir gab, war ein Becher heißer, roter Flüssigkeit“, erzählt Diego. „Glühwein – heißer Rotwein mit Gewürzen wie Zimt, Nelken, Sternanis.“
Diego nahm einen Schluck. „Wow! Das ist… perfekt für den Winter!“
Seitdem ging Diego fast jeden Abend auf den Weihnachtsmarkt – nur für den Glühwein. „Es gibt auch Punsch (Fruchtsaft mit Gewürzen) und Feuerzangenbowle (Glühwein mit brennendem Rum). Ich habe alles probiert!“ (lacht)
💡 Tipp: Der Becher (die Tasse) kostet Pfand (meistens 3-5€). Du bekommst das Geld zurück, wenn du den Becher zurückgibst – oder du behältst ihn als Souvenir!
Lebkuchen – „Wie Gingerbread, aber besser!“
Diego probierte zum ersten Mal Lebkuchen – deutsches Gingerbread.
„In Spanien haben wir keine Tradition mit Gingerbread“, sagt er. „Aber Lebkuchen? Die sind weich, süß, mit Schokolade überzogen… Ich habe fünf Packungen gekauft!“ (lacht)
Es gibt auch Lebkuchenherzen – große, bunte Herzen mit Sprüchen wie:
„Ich liebe dich“ = I love you
„Frohe Weihnachten“ = Merry Christmas
„Du bist mein Schatz“ = You are my treasure
Bratwurst & mehr
„Ich dachte, Weihnachtsmärkte sind nur für Süßigkeiten“, sagt Diego. „Aber nein! Es gibt auch Bratwurst, Kartoffelpuffer (Kartoffelpfannkuchen), Reibekuchen, gebrannte Mandeln…“
Diego aß sich durch den ganzen Markt. „Ich habe in einer Woche drei Kilo zugenommen!“ (lacht)
Handgemachte Geschenke
Überall auf dem Markt gab es kleine Holzhütten (Buden) mit:
- Handgemachtem Schmuck
- Kerzen
- Holzspielzeug
- Weihnachtsdeko
„Ich habe für meine Mutter in Spanien eine handgemachte Holzkrippe gekauft“, erzählt Diego. „Sie hat sich so gefreut!“
Die berühmtesten Weihnachtsmärkte
Tom erzählte Diego von den bekanntesten deutschen Weihnachtsmärkten:
🇩🇪 Nürnberg – der berühmteste! (Christkindlesmarkt)
🇩🇪 Dresden – der älteste! (Striezelmarkt, seit 1434!)
🇩🇪 Köln – mehrere Märkte, sehr groß
🇩🇪 München – wo Diego war! (Christkindlmarkt am Marienplatz)
🇦🇹 Wien – romantisch und wunderschön
🇨🇭 Zürich – Christchindlimärt (schweizerdeutsch!)
„Nächstes Jahr fahre ich nach Nürnberg“, sagt Diego entschlossen. „Ich habe gehört, der Markt dort ist legendär!“
💡 Wichtig: Am 24. Dezember schließen ALLE Weihnachtsmärkte! „Ich wollte am 24. nochmal Glühwein trinken“, erzählt Diego, „aber alles war zu. Deutsche feiern dann zu Hause.“
Vokabeln zum Weihnachtsmarkt:
- der Weihnachtsmarkt = Christmas market / mercado navideño
- der Glühwein = mulled wine / vino caliente especiado
- der Lebkuchen = gingerbread / pan de jengibre
- die Bratwurst = grilled sausage / salchicha asada
- die Bude = stall / caseta
- gebrannte Mandeln = roasted almonds / almendras tostadas
- das Pfand = deposit / depósito
5. „Stille Nacht“ – Das Lied, das die Welt eroberte
Diego lernt deutsche Weihnachtslieder
In der Christmette am 24. Dezember passierte etwas Besonderes.
Die Kirche war voll. Kerzen brannten überall. Und dann begann der Chor zu singen:
„Stille Nacht, heilige Nacht…“
Diego kannte die Melodie – jeder kennt sie. Aber er wusste nicht, dass sie aus dem deutschsprachigen Raum kommt!
Die Geschichte von „Stille Nacht“
„Weißt du, woher das Lied kommt?“, flüsterte Tom.
Diego schüttelte den Kopf.
„Aus Österreich! 1818 wurde es in einem kleinen Dorf bei Salzburg geschrieben. Heute wird es in über 300 Sprachen gesungen – aber das Original ist auf Deutsch!“
Diego war beeindruckt. „In Spanien singen wir es auch – aber ich wusste nicht, dass es österreichisch ist!“
Die wichtigsten deutschen Weihnachtslieder
In den nächsten Wochen lernte Diego die klassischen deutschen Weihnachtslieder:
„Stille Nacht, heilige Nacht“
Das berühmteste Weihnachtslied der Welt.
„Stille Nacht, heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
Nur das traute, hochheilige Paar…“
„Die Melodie ist so friedlich“, sagt Diego. „Wenn ich es höre, fühle ich… Ruhe.“
„O Tannenbaum“
Ein Lied über den Weihnachtsbaum.
„O Tannenbaum, o Tannenbaum,
Wie treu sind deine Blätter!“
„Ich habe gelernt: Tannenbaum = Weihnachtsbaum“, erklärt Diego. „Die Deutschen lieben ihre Bäume!“
„Alle Jahre wieder“
Ein Lied über das Christkind.
„Alle Jahre wieder
Kommt das Christuskind…“
„Das ist ein einfaches Lied“, sagt Diego. „Perfekt zum Deutschlernen!“
„Leise rieselt der Schnee“
Ein Winterlied.
„Leise rieselt der Schnee,
Still und starr ruht der See…“
„Leise rieseln bedeutet ’sanft fallen'“, erklärt Diego. „Ich liebe dieses Wort!“
„Kling, Glöckchen, klingelingeling“
Ein fröhliches Kinderlied.
„Kling, Glöckchen, klingelingeling,
Kling, Glöckchen, kling!“
„Das macht einfach gute Laune!“, lacht Diego.
Diegos Lerntipp:
„Ich habe alle Lieder auf YouTube gesucht und die Texte mitgelesen“, erzählt Diego. „Das hat meine Aussprache SO verbessert! Und ich habe viele neue Vokabeln gelernt:
- heilig = holy / sagrado
- die Stille = silence / silencio
- rieseln = to trickle / caer suavemente
- das Glöckchen = little bell / campanita“
💡 Tipp für Deutschlernende: Weihnachtslieder sind perfekt zum Deutschlernen! Die Sprache ist einfach, die Melodien sind schön, und du lernst kulturell wichtige Texte.
6. Adventskalender & Adventskranz: „Jeden Tag eine kleine Freude!“
Diego entdeckt den Countdown zu Weihnachten
Am 1. Dezember gab Tom Diego eine Box.
„Was ist das?“, fragte Diego.
„Ein Adventskalender!“, sagte Tom grinsend. „Jeden Tag öffnest du ein Türchen – und dahinter ist eine Überraschung!“
Diego schaute die Box an: 24 kleine Türchen, nummeriert von 1 bis 24.
„Das ist… wie für Kinder?“, fragte Diego skeptisch.
Tom lachte. „Adventskalender sind für ALLE! Es gibt welche mit Schokolade, Bier, Wein, Käse, Kosmetik… alles!“
Der Adventskalender – Diegos neue Morgenroutine
Diego öffnete jeden Morgen ein Türchen. „Es war wie ein kleines Geschenk für mich selbst“, erzählt er. „Manchmal war es Schokolade, manchmal ein kleines Spielzeug. Es hat die Wartezeit bis Weihnachten verkürzt!“
Am 24. Dezember öffnete Diego das letzte Türchen. „Da war ein goldener Stern drin“, erinnert er sich. „Und ich dachte: Heute ist Heiligabend! Es war ein schönes Gefühl.“
💡 Fun Fact: Der Adventskalender ist eine deutsche Erfindung aus dem 19. Jahrhundert und wurde in Hamburg erfunden, aber dazu nächstes Jahr…
Der Adventskranz – Vier Kerzen, vier Sonntage
Bei Tom zu Hause stand auf dem Tisch ein grüner Kranz mit vier roten Kerzen.
„Was ist das?“, fragte Diego.
„Der Adventskranz!“, erklärte Toms Mutter. „Jeden Adventssonntag zünden wir eine Kerze mehr an.“
Diego beobachtete die Tradition:
1. Adventssonntag: 1 Kerze brennt 🕯️
2. Adventssonntag: 2 Kerzen brennen 🕯️🕯️
3. Adventssonntag: 3 Kerzen brennen 🕯️🕯️🕯️
4. Adventssonntag: 4 Kerzen brennen 🕯️🕯️🕯️🕯️
Dann ist Weihnachten da!
„Es ist wie ein Countdown“, sagt Diego. „Und es sieht so schön aus – besonders am vierten Sonntag, wenn alle vier Kerzen brennen!“
Vokabeln zur Adventszeit:
- die Adventszeit = Advent season / tiempo de Adviento
- der Adventskalender = Advent calendar / calendario de Adviento
- das Türchen = little door / puertecita
- der Adventskranz = Advent wreath / corona de Adviento
- die Kerze = candle / vela
- anzünden = to light / encender
7. „Guten Rutsch!“ – Diegos lustigster Moment
Silvester: Der peinlichste Fehler
Am 31. Dezember ging Diego zu einer Silvesterparty.
Um 23:50 Uhr kam eine deutsche Freundin zu ihm und sagte:
„Guten Rutsch, Diego!“
Diego starrte sie an. „Rutsch? Wie… slide? Du wünschst mir, dass ich rutsche?!“
Alle lachten.
„Nein, nein!“, erklärte sie. „‚Guten Rutsch‘ bedeutet ‚einen guten START ins neue Jahr‘! Das ist eine deutsche Redewendung!“
Diego war verwirrt. „Aber warum Rutsch?“
Was bedeutet „Guten Rutsch“ wirklich?
Tom erklärte es ihm später:
„Niemand weiß es genau! Vielleicht kommt es von ‚Rutsch‘ im Sinne von ‚Reise‘ – also eine gute Reise ins neue Jahr. Oder es kommt vom jiddischen Wort ‚rosch‘, das ‚Anfang‘ bedeutet.“
Diego schüttelte den Kopf. „Deutsche Sprache, schwere Sprache!“ (lacht)
Andere Silvester- und Neujahrsgrüße
Diego lernte noch mehr Ausdrücke:
Am 31. Dezember (Silvester):
- „Guten Rutsch!“ = Have a good start!
- „Guten Rutsch ins neue Jahr!“ = Have a good start into the New Year!
- „Einen guten Rutsch!“ = Same!
Am 1. Januar (Neujahr):
- „Prosit Neujahr!“ = Happy New Year! (als Toast)
- „Frohes neues Jahr!“ = Happy New Year!
- „Alles Gute für 2026!“ = All the best for 2026!
- „Ein glückliches neues Jahr!“ = A happy New Year!
„Dinner for One“ – Was?!
Um 20 Uhr schaltete jemand den Fernseher ein.
„Jetzt kommt Dinner for One!“, riefen alle.
Diego schaute verwirrt auf den Bildschirm: Ein alter englischer Sketch von 1963. In Schwarz-Weiß.
„Das schauen wir JEDEN Silvester!“, erklärte Tom. „Es ist Kult in Deutschland!“
Der Sketch dauert 18 Minuten. Diego verstand nicht alles – aber alle anderen lachten bei jeder Szene.
„The same procedure as every year, Miss Sophie!“, rief der Butler im Fernseher.
„THE SAME PROCEDURE AS EVERY YEAR!“, riefen alle in der Wohnung zurück.
Diego schüttelte den Kopf. „Deutsche Traditionen sind echt… speziell!“ (lacht)
💡 Fun Fact: „Dinner for One“ ist in Deutschland berühmter als in England! Jedes Jahr schauen über 20 Millionen Deutsche den Sketch.
Vokabeln zu Silvester:
- Silvester = New Year’s Eve / Nochevieja (31. Dezember)
- Neujahr = New Year’s Day / Año Nuevo (1. Januar)
- der Rutsch = slide / start / deslizamiento
- das Feuerwerk = fireworks / fuegos artificiales
- Prosit! = Cheers! / ¡Salud! (beim Anstoßen)
🎄 Fazit: Was Diego gelernt hat
Es ist jetzt Ende Januar. Diego sitzt in seinem Zimmer in München und denkt an sein erstes deutsches Weihnachten zurück.
„Es war… anders als erwartet“, sagt er. „In Spanien feiern wir anders – später, lauter, mit mehr Familie. Deutsche Weihnachten sind… ruhiger. Besinnlicher. Gemütlicher.“
Diegos Top 7 Erkenntnisse:
- Der 24. ist wichtiger als der 25. – Deutsche feiern Heiligabend, nicht Weihnachtstag
- Kartoffelsalat ist okay! – Am 24. darf es einfach sein
- Vier Weihnachtsfiguren sind normal – Weihnachtsmann, Christkind, Nikolaus, Krampus
- Weihnachtsmärkte sind magisch – Glühwein, Lebkuchen, Lichter
- Deutsche Weihnachtslieder sind weltbekannt – „Stille Nacht“ kommt aus Österreich!
- Adventskalender machen Spaß – Auch für Erwachsene!
- „Guten Rutsch“ bedeutet nicht „slide“! – Es heißt „guter Start“
„Würde ich deutsche Weihnachten weiterempfehlen?“, fragt Diego. „Absolut! Es ist eine ganz besondere Erfahrung. Nächstes Jahr bin ich besser vorbereitet – und ich weiß schon: Mehr Glühwein trinken!“ (lacht)
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📺 Deutsche Weihnachten KOMPLETT erklärt | Deutschland vs. Österreich vs. Schweiz
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