10 Hotel-Sätze, die kein Deutschkurs lehrt, aber du täglich brauchst
Warum dein Deutsch korrekt ist, aber im Hotel nicht funktioniert (B1-B2) Arbeitest du im Hotel? Diese 10 Sätze klingen professionell, sicher und beruhigend, aber kein Deutschkurs lehrt sie. So sprichst du echtes Hotel-Deutsch.

Maria arbeitet seit vier Monaten an der Rezeption eines Hotels in München. Sie hat B2 bestanden. Ihre Grammatik ist perfekt.
Aber gestern sagte ihr Chef: „Maria, du bist zu höflich. Du verlierst dadurch Autorität.“
Maria ist verwirrt. Zu höflich? Ist Höflichkeit nicht gut?
Ihre Kollegin Sandra erklärt: „Im Hotel gibt es zwei Arten von Deutsch: Lehrbuch-Deutsch und Hotel-Deutsch.“
„Was ist der Unterschied?“
„Lehrbuch-Deutsch ist korrekt und höflich. Hotel-Deutsch ist kurz, klar und beruhigend.“
Sandra zeigt Maria ein Beispiel:
Lehrbuch: „Könnten Sie bitte einen Moment warten?“
Hotel: „Einen kleinen Moment, ich kümmere mich.“
„Siehst du?“, sagt Sandra. „Beide sind höflich. Aber nur der zweite Satz klingt sicher und professionell.“
Das Problem: Zu höflich = zu unsicher
Im Deutschkurs lernst du, extrem höflich zu sein:
- „Könnten Sie…“
- „Würden Sie vielleicht…“
- „Wären Sie so freundlich…“
Das ist perfekt für Prüfungen.
Aber im Hotel wirkt es schwach.
Warum? Weil Gäste keine Höflichkeit brauchen – sie brauchen Sicherheit.
Ein Gast mit einem Problem will hören:
- Dass du das Problem verstehst
- Dass du es lösen kannst
- Dass du es jetzt tust
Je länger und höflicher dein Satz, desto unsicherer klingst du.
Die goldene Regel: Kürzer = sicherer
Im Hotel gilt: SICHER schlägt KORREKT.
Ein kurzer, klarer Satz beruhigt Gäste mehr als ein perfekter, langer Satz.
Beispiel:
Zu lang: „Es tut mir sehr leid, dass Sie so lange warten mussten. Das hätte nicht passieren dürfen.“
Hotel: „Danke für Ihre Geduld.“
Der zweite Satz ist kürzer, positiver und fokussiert auf die Lösung – nicht auf das Problem.
Die 10 Sätze, die jeder Hotelmitarbeiter kennen muss
Satz 1: Check-in – Zeit gewinnen
❌ Lehrbuch: „Könnten Sie bitte einen Moment warten?“
✅ Hotel: „Einen kleinen Moment, ich kümmere mich.“
💡 Warum das besser ist:
„Ich kümmere mich“ zeigt Handlung. Du machst nicht nur etwas – du übernimmst Verantwortung.
Satz 2: Problem melden
❌ Lehrbuch: „Das tut mir leid. Das wusste ich nicht.“
✅ Hotel: „Danke für den Hinweis, ich schaue das direkt an.“
💡 Warum das besser ist:
Du entschuldigst dich nicht endlos. Du bedankst dich und handelst. Das klingt professionell.
Satz 3: Unklare Wünsche
❌ Lehrbuch: „Ich verstehe nicht.“
✅ Hotel: „Einen Moment – ich kläre das kurz.“
💡 Warum das besser ist:
„Ich verstehe nicht“ klingt hilflos. „Ich kläre das“ klingt nach Kontrolle.
Satz 4: Verzögerung kommunizieren
❌ Lehrbuch: „Ich muss noch etwas überprüfen.“
✅ Hotel: „Ich gebe Ihnen gleich Bescheid.“
💡 Warum das besser ist:
Der Gast will nicht wissen, was du tun musst. Er will wissen, wann er eine Antwort bekommt.
Satz 5: Beschwerde – Der wichtigste Satz!
❌ Lehrbuch: „Das ist nicht möglich.“
✅ Hotel: „Ich verstehe Ihren Wunsch – aktuell geht das so leider nicht.“
💡 Warum das besser ist:
„Das ist nicht möglich“ klingt hart und abweisend. „Ich verstehe“ zeigt Empathie, bevor du „nein“ sagst.
Sandra betont: „Das ist der wichtigste Satz im Hotel. Verstehen bedeutet nicht versprechen – aber es beruhigt den Gast.“
Satz 6: Stressmoment
❌ Lehrbuch: „Ich habe gerade viel zu tun.“
✅ Hotel: „Ich bin gleich bei Ihnen.“
💡 Warum das besser ist:
Dein Stress interessiert den Gast nicht. Aber die Info „Ich bin gleich bei Ihnen“ beruhigt ihn.
Satz 7: Fehler korrigieren
❌ Lehrbuch: „Es tut mir so furchtbar leid, dass Sie so lange warten mussten.“
✅ Hotel: „Danke für Ihre Geduld.“
💡 Warum das besser ist:
Fokus auf Lösung, nicht auf Problem. „Danke für Ihre Geduld“ ist positiv, kurz und respektvoll.
Satz 8: Abschluss eines Gesprächs
❌ Lehrbuch: „Haben Sie noch Fragen?“
✅ Hotel: „Kann ich noch etwas für Sie tun?“
💡 Warum das besser ist:
„Kann ich etwas tun“ ist aktiver und serviceorientierter als „Haben Sie Fragen“.
Satz 9: Zeit gewinnen bei Unsicherheit
❌ Lehrbuch: „Ähm… ich weiß nicht.“
✅ Hotel: „Ich prüfe das kurz für Sie.“
💡 Warum das besser ist:
„Ich weiß nicht“ = schwach. „Ich prüfe das“ = proaktiv und professionell.
Satz 10: Autorität zeigen – Der Merksatz
❌ Lehrbuch: „Ich werde versuchen, das zu erledigen.“
✅ Hotel: „Ich kümmere mich darum.“
💡 Warum das besser ist:
Drei Wörter. Volle Wirkung. Keine Unsicherheit, keine Ausreden. Nur Handlung.
Sandra sagt: „Das ist der mächtigste Satz im Hotel. Wenn du nichts anderes lernst, lerne diesen Satz.“
Marias Transformation
Zwei Wochen später kommt ein Gast zur Rezeption. Er ist sichtlich gestresst.
Gast: „Mein Zimmer ist nicht sauber! Da liegen noch Handtücher vom letzten Gast!“
Früher hätte Maria gesagt:
„Oh nein, das tut mir so leid! Das hätte nicht passieren dürfen! Ich weiß auch nicht, wie das sein kann…“
Heute sagt sie:
„Danke für den Hinweis, ich kümmere mich sofort darum.“
Sie ruft das Housekeeping an, dann zurück zum Gast:
„Das Zimmer wird in 10 Minuten neu gereinigt. Darf ich Ihnen in der Zwischenzeit einen Kaffee anbieten?“
Der Gast entspannt sich. „Ja, gerne. Danke.“
Sandra beobachtet die Szene und nickt anerkennend. Maria hat es verstanden.
Die wichtigste Lektion: Sicher schlägt korrekt
Im Hotel zählt nicht, wie korrekt du sprichst – sondern wie sicher du klingst.
Ein Gast mit einem Problem will keine perfekte Grammatik. Er will:
- Verständnis („Ich verstehe“)
- Handlung („Ich kümmere mich“)
- Zeitrahmen („Ich gebe Ihnen gleich Bescheid“)
Je kürzer und klarer deine Sätze, desto professioneller wirkst du.
Schnell-Vergleich: Lehrbuch vs. Hotel
| Situation | Lehrbuch-Deutsch ❌ | Hotel-Deutsch ✅ |
|---|---|---|
| Zeit gewinnen | Könnten Sie bitte warten? | Einen kleinen Moment, ich kümmere mich |
| Problem melden | Das tut mir leid | Danke für den Hinweis, ich schaue das an |
| Nicht verstehen | Ich verstehe nicht | Ich kläre das kurz |
| Verzögerung | Ich muss noch überprüfen | Ich gebe Ihnen gleich Bescheid |
| Beschwerde | Das ist nicht möglich | Ich verstehe Ihren Wunsch – aktuell geht das nicht |
| Stress | Ich habe viel zu tun | Ich bin gleich bei Ihnen |
| Fehler | Es tut mir furchtbar leid | Danke für Ihre Geduld |
| Abschluss | Haben Sie Fragen? | Kann ich noch etwas für Sie tun? |
| Unsicherheit | Ich weiß nicht | Ich prüfe das kurz für Sie |
| Autorität | Ich versuche das zu erledigen | Ich kümmere mich darum |
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„10 Hotel-Sätze, die dich sofort professioneller klingen lassen“
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Hotel-Deutsch ist nicht kompliziert – es ist kürzer, klarer und sicherer.
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In meinem YouTube-Video zeige ich, welche Sätze oder Redewendungen du am besten verwenden kannst
📺 „10 deutsche Sätze, die im Hotel ALLE sagen – aber kein Kurs lehrt“
💡 Teil 2 der Serie: Deutsch im Job & Hotel
3 Sofort-Tipps für mehr Sicherheit im Hotel
Tipp 1: Vermeide „könnte/würde/hätte“
Diese Wörter klingen unsicher. Nutze stattdessen Präsens:
- ❌ „Ich könnte das für Sie machen“
- ✅ „Ich mache das für Sie“
Tipp 2: Fokus auf Lösung, nicht auf Problem
- ❌ „Das hätte nicht passieren dürfen“
- ✅ „Ich kümmere mich sofort darum“
Tipp 3: Drei-Wort-Sätze sind deine Freunde
- „Ich kümmere mich.“
- „Ich prüfe das.“
- „Ich gebe Bescheid.“
Kurz = sicher.
Was Maria heute anders macht
„Früher“, erzählt Maria, „habe ich gedacht: Je höflicher ich bin, desto besser.“
„Aber ich habe gelernt: Höflichkeit ist wichtig – aber Sicherheit ist wichtiger.“
„Heute benutze ich kurze, klare Sätze. Und weißt du was? Die Gäste sind zufriedener. Mein Chef ist zufriedener. Und ich fühle mich selbstbewusster.“
Ihre wichtigsten Erkenntnisse:
- Kürzer sprechen – Lange Sätze wirken unsicher
- „Ich kümmere mich“ – Die drei mächtigsten Wörter im Hotel
- Fokus auf Lösung – Nicht auf Entschuldigung
- Handlung zeigen – „Ich mache“ statt „Ich könnte“
- Gäste brauchen Sicherheit – Nicht perfekte Grammatik
„Heute spreche ich nicht mehr Schuldeutsch. Ich spreche Hoteldeutsch. Und das ist ein riesiger Unterschied.“
Zusammenfassung: Hotel-Deutsch vs. Lehrbuch-Deutsch
Lehrbuch-Deutsch ist:
- Korrekt
- Höflich
- Lang
- Unsicher
Hotel-Deutsch ist:
- Kurz
- Klar
- Beruhigend
- Sicher
Die Regel: Im Hotel zählt nicht, wie viele Wörter du kennst – sondern wie sicher du klingst.
Die Lösung: Sprich kürzer. Sprich klarer. Zeig Handlung.
Der wichtigste Satz: „Ich kümmere mich darum.“ – Drei Wörter. Volle Wirkung.
Dein nächster Schritt
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Und dann: Nutze diese Sätze morgen bei der Arbeit. Du wirst sofort merken: Die Reaktionen ändern sich.
Wie bei Maria. Die heute nicht mehr „zu höflich“ ist. Sondern professionell, sicher und selbstbewusst.
💬 Welcher Satz fehlt dir im Job am meisten? Schreib es in die Kommentare!
In Teil 3 zeige ich dir: Wie du höflich bleibst – ohne unsicher zu klingen.
Viel Erfolg im Hotel! Du sprichst nicht zu wenig Deutsch – du sprichst nur das falsche Deutsch. Jetzt kennst du das Richtige.
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